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Warum gibt es so wenige Doppelstöckige Straßenbahnen?

Warum gibt es eigentlich so wenige Doppelstock Straßenbahnen? Gerade wenn man die zweistöckige Bauweise mit den hier gebräuchlichen längeren bis langen Straßenbahnen Verbinden würde, dürfte das die Kapazität massiv erhöhen. Was ich mir als Hemmschuh vorstellen könnte, wäre das man die Oberleitungsnetze und auch die Stromabnehmer der aktuellen Straßenbahnen umbauen müsste. Aber wenn wir ehrlich sind und immer mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen sollen um das Klima zu schützen, wird man irgendwann nicht mehr um diesen Schritt herum kommen.

20 comments
  • Doppelstöckige Straßenbahnen sind so ziemlich das Gegenteil von der Entwicklung der letzten Jahrzehnte hin zu mehr Niederflurfahrzeugen.

    Straßenbahnen sind eigentlich perfekt für dicht bebaute Viertel mit mittlerer Bevölkerungsdichte, also Blockrandbebauung mit maximal fünf Stockwerken im Schnitt.

    Berlin, Hamburg und München und einige andere hatten schon früh mehr als das und haben deshalb U-Bahnen, deren Vorteile unter anderem auch in verlängerten Stationen und Wagen liegen ohne gleich auf längere Strecken wie S-Bahnen angewiesen zu sein.

    Ich würde das Geld für Verschiebung der Oberleitungen eher in Optimierung der Schienenführung und Betriebsabläufe stecken um die Geschwindigkeit und den Takt zu erhöhen.

    Nachtrag:

    Doppelstöckige Straßenbahnen sind im Vorteil, wenn die Stationslänge kurz sein muss und trotzdem viele Passagiere transportiert werden müssen, aber die Zeit zum Ein- und Aussteigen sekundär ist. Diese Bedingungen existieren vielleicht in Vierteln mit hoher Reliefenergie, historisch-verwinkelter Bebauung oder geringer Gesamtstadtfläche wie auf Inseln.

    • Danke, das sind Infos die mich interessieren. Interessant ist dabei eine gewisse Parallele zum TGV. Der wurde so lange verlängert bis die maximal mögliche Länge erreicht war. Dann kam der Beschluss das alle neu angeschafften Züge doppelstöckige (Duplex) sein müssen. OK ist technisch beim Zug auch was anderes als bei Straßenbahnen.

      Die aktuelle Generation von Straßenbahnen die wir hier einführen hat eine maximale Länge von knapp 60 Metern, was für so manche Haltestelle problematisch ist. Mehr wäre dann nur über höhere Taktung möglich.

  • Ich denke, ein Faktor wird sein, dass Straßenbahnen ohnehin bereits deutlich länger sind als Busse und (anders als Busse) auch dann, wenn sie beliebig lang sind, genau so manövrierfähig sind. Deshalb ist es i.A. sinnvoller und einfacher, die Kapazität von Straßenbahnen zu erhöhen, indem man längere Fahrzeuge verwendet, als dass man sie höher macht.

    Doppelstockfahrzeuge haben gewisse allgemeine Probleme: das obere Stockwerk ist nicht barrierefrei und viele Leute gehen nicht gerne nach oben, besonders dann nicht, wenn sie nur kurze Strecken fahren. Bei uns in Wien gibt es heute nicht einmal mehr Doppelstockbusse, früher wurden die u.a. auf der Linie 13A eingesetzt und soweit ich weiß (bin zu jung, um es selbst gesehen zu haben), war da dann oft das obere Stockwerk fast leer, das untere hingegen überfüllt, weil auf dieser Linie die meisten Fahrgäste nur wenige Stationen fahren.

    • Ja für Doppelstock würde an sich nur sprechen wenn man was die Länge und Taktung betrifft an die Grenzen kommt. Wir haben hier in Heidelberg bzw. im Raum Mannheim/Heidelberg/Weinheim schon jetzt das Problem das wir zwar z. B. Straßenbahnen bis zu knapp 60 Meter haben, aber die Haltestellen dafür zu kurz sind. An manchen Stellen wie z. B. den Bismarckplatz in Heidelberg kommt es schon mit den normalen Straßenbahnen zum Stau und wenn die ganz langen Straßenbahnen dort aufschlagen wird das wohl noch schlimmer. Unter anderen auch deshalb da man es seit Jahrzehnten nicht schafft den Platz was die Straßenbahn- und Bussteige betrifft barrierefrei zu gestalten.

  • Bin nicht sonderlich fit in Physik, aber hat es vielleicht auch damit zu tun das mehr Masse in engen Kurven und bei außerplanmäßigen Bremsmanövern das Sicherheitsrisiko stark erhöht? Ich empfinde den Straßenverkehr vielerorts jetzt schon als gefährlich, weil es Leute gibt die unabhängig von ihrem Verkehrsmittel scheinbar nur auf sich achten um zum Beispiel wenige Sekunden eher an ihrem Ziel zu sein oder ein Minimum an ihrer Bequemlichkeit aufzugeben.

  • Barrierefreiheit sehr gering

    • Das ist klar. Die Barrierefreiheit müsste vor allen über die untere Ebene erfolgen. Das würde bedeuten mehr variabel nutzbarer Freiraum unten und oben nur Sitzplätze.

  • Weil Straßenbahnen eben fast immer per Oberleitungen betrieben werden. Dadurch ergibt es wenig Sinn doppenstöckige und normale Nebeneinander zu betreiben. Es seit denn du hast einzelne in sich geschlossene Linie, die ständig gut ausgelastet ist, wo sich das lohnt, neben anderen (davon getrennten) Linien für einstöckige.

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